HPL-Fassade für die Sanierung des Wohngebäudes „Augusta Praetoria“ in Aosta

HPL-Fassade für die Sanierung des Wohngebäudes „Augusta Praetoria“ in Aosta

stefanie andolfato

Im Kontext der durch den Superbonus 110 % geförderten Maßnahmen zur energetischen Sanierung und außerordentlichen Instandhaltung stellt das Projekt des Condominio Augusta Praetoria in Aosta (Via Losanna/Festaz) ein besonders relevantes Referenzbeispiel dar. Die Wahl einer hinterlüfteten Fassade aus HPL (High Pressure Laminate) erweist sich dabei als strategische Lösung, die hohe energetische Leistungsfähigkeit, architektonische Präzision und eine effiziente Organisation der Bauabläufe vereint. Der zwischen 2022 und 2024 realisierte Eingriff erstreckte sich über eine Fassadenfläche von rund 1.000 m² und führte zu einer substantiellen Aufwertung des Gebäudeensembles. Neben der klaren gestalterischen Neupositionierung ermöglichte das System die nachhaltige Behebung bestehender bauphysikalischer und konstruktiver Mängel der Bestandsfassade, wodurch sowohl die langfristige Dauerhaftigkeit als auch die Gesamtperformance der Gebäudehülle signifikant verbessert wurden.

Stefanie Andolfato

Die Fassade

Die Fassade, die zuvor mit Graniglia-Fliesen verkleidet war und zunehmend von Ablösungen betroffen ist, erforderte einen strukturierten und langfristig wirksamen Eingriff. Aus architektonischer Sicht bestand das Ziel darin, die Volumetrie des Gebäudes aufzuwerten und zugleich einen ausgewogenen chromatischen Dialog mit den nicht ersetzten Bestands­elementen – wie Rollläden und den Natursteinverkleidungen im Erdgeschoss – zu wahren. Darüber hinaus machte das Projekt einen direkten Abstimmungsprozess mit der Denkmalbehörde für Kulturgüter und kulturelle Tätigkeiten erforderlich, der zu einer gemeinsam definierten Festlegung von Farbgebung und Fassadengestaltung führte. In diesem Kontext erwies sich die Wahl des Materials als besonders strategisch.

Stefanie Andolfato

Warum HPL: eine technische und planerische Entscheidung

Die HPL-Lösung wurde vom ausführenden Unternehmen als Alternative zu einer ursprünglich vorgesehenen Verkleidung aus gesintertem Stein vorgeschlagen und erwies sich als deutlich besser geeignet, um den komplexen Anforderungen des Eingriffs gerecht zu werden – insbesondere im Hinblick auf Bauzeiten, Verlegeprozesse und Baustellenmanagement. HPL stellte sich als ideales Material für ein anspruchsvolles, durch Auflagen geprägtes Projekt heraus, das zudem in ein Förderprogramm mit klar definierten Fristen eingebunden war.

Die Vorteile der HPL-Fassade

Schnelle und einfache Montage
HPL-Platten ermöglichen eine zügige und präzise Verlegung, wodurch sich die Bauzeiten deutlich reduzieren lassen. Dieser Aspekt ist insbesondere bei Maßnahmen im Rahmen des Superbonus von zentraler Bedeutung.

Hohe Maßgenauigkeit und werkseitige Bearbeitbarkeit
Dank der präzisen Vorfertigung konnten die Fassadenelemente exakt auf die realen Abmessungen des Bestandsgebäudes abgestimmt werden. Aufwendige Anpassungen und Zuschnitte auf der Baustelle wurden dadurch weitgehend vermieden.

Zuverlässigkeit der Lieferketten
Im Vergleich zu Materialien mit längeren oder komplexeren Produktionszyklen gewährleistete HPL eine hohe Planungssicherheit bei den Lieferzeiten und minimierte das Risiko von Bauverzögerungen.

Dauerhaftigkeit und Witterungsbeständigkeit
HPL zeichnet sich durch eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen, UV-Strahlung und Frost aus

Langfristige Farbstabilität
Die Oberflächen behalten auch nach jahrelanger Bewitterung ihre Farbigkeit und Qualität und tragen so nachhaltig zur ästhetischen Wertigkeit des Gebäudes bei.

Geringer Wartungsaufwand
Das Material erfordert keine regelmäßigen Behandlungen und ermöglicht eine langfristig einfache und wirtschaftliche Instandhaltung der Fassade.

Gestalterische Vielseitigkeit
Die große Auswahl an Farben und Oberflächenstrukturen erlaubte eine präzise Abstimmung der Fassadengestaltung auf die Vorgaben der Denkmalbehörde sowie auf den städtebaulichen Kontext.

Stefanie Andolfato

Besonderheiten und Herausforderungen

Einer der kritischsten Aspekte des Projekts bestand in der exakten Übereinstimmung zwischen dem von den Behörden genehmigten Fassadenentwurf und den realen geometrischen Gegebenheiten des Bestandsgebäudes. Durch den Einsatz von HPL in Verbindung mit einer präzisen Ausarbeitung der konstruktiven Details konnte die Modulstruktur der Fassadenplatten einschließlich sämtlicher Zuschnitte bereits in der Planungsphase definiert werden. Diese Vorgehensweise ermöglichte eine hohe Ausführungsqualität, verhinderte gestalterische Kompromisse in der Bauphase und gewährleistete ein konsistentes, formal klares Erscheinungsbild der Gebäudehülle.

Projektbeteiligte​
  • Arch. Nicole Salvatore
  • Installateur: Chenevier Spa
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